Das Konzept von Madrasah beruht auf dem Versuch, Quellen islamischer Traditionen in deutscher Sprache zugänglich zu machen. Diese wiederum sollen Impulse für eine weitergehende Kontextualisierung islamischer Lehren im zeitgenössischen europäischen Kontext geben. Wir gehen davon aus, dass jede Interpretation religiöser Texte prinzipiell hinterfragbar ist und wollen in diesem Sinn keine starre Lehre formulieren, sondern zu Vielfalt und differnzierter Meinungsbildung beitragen.

Durch Unterrichte, seien diese Online oder vor Ort bringen wir  interessierten Menschen die in der Literatur bekannten  hermeneutischen Ansätze zu bestimmten Grundlagentexten näher. Ziel dabei soll es sein, diese Texte aus einer emischen Perspektive zu verstehen. In der heutigen Zeit scheint uns eine kritisch-anerkennende Lektüre der islamischen Tradition von besonderer Bedeutung - nicht zuletzt, um vor extremistischen Strömungen verschiedener Art zu warnen und so zu einer konstruktiven, friedvollen Leseart des Islam beizutragen. Das gleiche Ziel verfolgen wir auch mit Übersetzungen diverser Texte aus dem Arabischen, Türkischen und Englischen. Wir wollen mit diesen Texten keine normativen Bestimmungen vorgeben, sondern vielmehr Material zur Verfügung zu stellen, welches kritisch reflektiert werden kann. Schwerpunkt dabei sind quellenhermeneutische Texte sowie Literatur aus dem Bereich des Sufismus, den wir in seiner reinen Lehre als die Quintessenz der islamischen Lehre ansehen.

Nicht zuletzt ist dieses Projekt auch mit dem Wunsch verbunden, den Aufbau einer islamischen Theologie im deutschsprachigen Raum durch die Erarbeitung von Textquellen zu unterstützen und soll somit auch eine sinnvolle Ergänzung zur akademischen Lehre darstellen.

Neben dem Grundlagenstudium versucht Madrasah auch möglichst in direkten Begegnungen den Kontakt zwischen den Religionen zu fördern und zu einem friedlichen Miteinander in einer heterogenen Gesellschaft beizutragen.

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